Sardinien
Wanderreise an Sardiniens Südwestküste
Wie in meinem Buch „Wandern für Senioren. Allein reisen im Schutz der Gruppe. Ein Einstieg in Wandergruppenreisen im südeuropäischen Raum“ schon angekündigt, wurde ich bei der Sardinien-Wanderreise mit Wikinger Reisen von meiner Wanderbekanntschaft Erika (ja, sie heißt wie ich) begleitet. Wir haben uns auf der Leitner-Wanderreise Korfu im Mai 2025 kennengelernt und sind seitdem in Kontakt geblieben.
Ankunft im Flamingo Resort
Nach kurzem Flug nach Cagliari wurde die aus München anreisende Gruppe am Abend mit einem Minibus abgeholt und zur Hotelanlage Flamingo Resort gebracht (Fahrzeit ca. 45 Minuten). Dort trafen wir beim Abendessen die anderen Teilnehmer der Gruppe, die bereits von anderen deutschen Flughäfen kommend im Verlauf des Tages eingetroffen waren. Das Abendessen wurde als Menü serviert, wobei zwischen verschiedenen Gerichten ausgewählt werden konnte. Das Hotel besteht aus einem Haupthaus sowie vielen weitläufig verteilten Gebäuden. Mein Zimmer war leider feuchtkalt, was mir bereits in der ersten Nacht gesundheitliche Probleme machte. Am nächsten Tag bekamen eine andere Teilnehmerin unserer Gruppe und ich nach Reklamation ein besseres Zimmer. Die Hotelanlage selbst ist sehr schön, mit direktem Zugang zu einem traumhaften weißen Sandstrand.
Eine Woche lang erkundeten wir die sonnige Südwestküste Sardiniens und erlebten mit unserer Wikinger-Wanderführerin Barbara eine gelungene Mischung aus abwechslungsreichen Wanderungen und kulturellen Entdeckungen bei angenehm warmem, sonnigem Wetter. Jeden Abend versammelten wir uns vor dem Abendessen im Foyer des Hotels, wo Barbara uns den Ablauf des nächsten Tages erklärte und Fragen beantwortete.
Küstenwege, Nora und Pula
Unsere erste Wanderung führte uns entlang der Küste. Nach einem kurzen Transfer erreichten wir einen idyllischen Strand und folgten anschließend einer alten Römerstraße, von der heute nur noch einzelne Spuren zu erkennen sind, mit spektakulären Ausblicken auf das türkisblaue Meer. Nach einer etwas feuchten Überquerung eines Wasserlaufs gelangten wir zum Strand in der Nähe des historischen Wachturms von Chia und machten dort eine willkommene Rast an einer Strandbar. Ein paar mutige Wanderteilnehmerinnen nutzten die Pause für ein kühles Bad im Meer. Insgesamt waren wir ca. 8 Kilometer gewandert. Vor dem Abendessen nutzten Erika und ich die freie Zeit für einen langen Spaziergang am Strand bis hin zum Pinienwald.
Durch die Regenfälle in der Woche zuvor war die Wanderung direkt vom Hotel zur antiken Ausgrabungsstätte Nora nicht möglich, da ein Teil des Weges überschwemmt war. Wir wurden daher mit drei Minibussen nach Nora gebracht (ca. 15 Minuten Fahrt). Die gut erhaltenen Überreste der einst bedeutenden römischen Stadt vermittelten einen faszinierenden Einblick in die Geschichte Sardiniens. Danach folgte ein kurzer Transfer ins benachbarte Städtchen Pula, wo wir freie Zeit hatten, um durch die Gassen zu schlendern, ein Eis oder einen Cappuccino zu genießen und in den kleinen Geschäften zu stöbern. In einem Supermarkt gegenüber unserem Abfahrtstreffpunkt konnten wir noch Einkäufe erledigen (Wasser, Imbiss für die nächsten Tage usw.). Um 14:45 Uhr waren wir im Hotel zurück und trafen uns dann wieder um 15:30 Uhr für eine kleine Wanderung in der Nähe der Hotelanlage.
Capo Malfatano und Tuerredda
Besonders eindrucksvoll war die Panoramawanderung am Capo Malfatano, wieder mit herrlichen Ausblicken auf die zerklüftete Küste und das glitzernde Meer. Am karibischen Strand von Tuerredda endete die Tour nach ca. 7 Kilometern Gehstrecke mit Zeit für ein kühles Bad.
Der freie Tag bot Gelegenheit zur Erholung oder zu einer zusätzlichen Wanderung im bergigen Hinterland, die von unserer Wanderführerin organisiert wurde. Einige von uns entschieden sich für die anspruchsvollere Route (entsprechend etwa zwei Stiefeln) durch eine wasserführende Schlucht. Ich genoss die schöne Hotelanlage und machte erholsame Spaziergänge am Strand.
Ein Tag in Cagliari
Natürlich durfte auch ein Besuch der Inselhauptstadt Cagliari nicht fehlen. Für die 45-minütige Fahrt war anstelle der bisher genutzten drei Minibusse ein Reisebus für uns gemietet worden. Während der Fahrt konnte man bereits Flamingos in den Salinen des Naturparks Molentargius entdecken. Beim Spaziergang durch die lebendigen Straßen der Inselhauptstadt zeigte uns Barbara die Altstadt mit historischen Gebäuden und eleganten Plätzen. Vom Monte Urpino bot sich ein fantastischer Blick über die Stadt. Auch hier hatten wir freie Zeit zur Verfügung, bevor wir in einem Lokal in Hafennähe sardische Spezialitäten serviert bekamen.
Capo Spartivento und Abschied
Am letzten Wandertag führte uns der Weg entlang der Küste zum Capo Spartivento. Vorbei an versteckten Buchten und traumhaften Stränden genossen wir noch einmal die ganze Schönheit Sardiniens.
Da unser Rückflug nach München erst am späten Nachmittag gebucht war, konnten wir noch einige sonnige Stunden mit Spaziergängen am Strand und einem Cocktail an der Poolbar genießen. Eine herrliche Wanderwoche im Kreise netter Menschen ging zu Ende, mit vielen schönen Erinnerungen, beeindruckenden Landschaften, erfreulich kurzen Transferzeiten zu den Startpunkten der Wanderungen, paradiesischen Stränden und dem Wunsch, bald wieder nach Sardinien zu kommen.